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Warum die KPT „Kritische Patriarchats-Theorie“ heißt, und es dazu keine Alternative gibt.

Der Anlass, erneut eine Debatte über unsere Begriffe zu führen:
Es sei “die Wortwahl Patriarchatskritik, obwohl zutreffend, anfällig für Missverständnisse, weil sie aufgrund der umgangssprachlichen Benutzung der Begriffe ´Patriarchat´ und ´Kritik´ zu der Annahme führen kann, es gehe um Ausgrenzung und Verurteilung des Männlichen, wo es um die Wiederherstellung einer natürlichen Ausgewogenheit und Heilung der derzeitigen Verirrung geht.“

Diese Bemerkung kam jüngst von Dipl. Biol. Dagmar Neubronner, die den äußerst unterstützenswerten „Neufeld-Ansatz“ (nach Prof. Dr. Gordon Neufeld) des Zusammenlebens von Müttern, Vätern und Kindern vertritt. Sie hat nun, wie schon andere vor ihr, die Probleme mit unserer Begrifflichkeit benannt, nachdem wir uns kürzlich kennen und schätzen gelernt haben.

Sie hat Recht. Das wissen wir immer schon. Aber es hilft uns nicht.
Es gibt keine Alternative zum Begriff der „Kritik“ und schon gar nicht zu dem des „Patriarchats“ – so, wie wir es verstehen – und übrigens auch nicht zu dem des „Matriarchats“ – so, wie wir es verstehen, und das ebenso dazu gehört, obwohl es ebenso falsch verstanden wird.

Hier geht’s zum Aufsatz (.pdf):
Im Unbewussten des Patriarchats sein heißt handeln, ALS OB alles Lebendige gehasst würde! Oder: Warum die KPT „Kritische Patriarchats-Theorie“ heißt, und es dazu keine Alternative gibt.

Russischer Artikel „Die Globalisierung des Neoliberalismus, seine Folgen und einige Alternativen“

Der Artikel von Claudia von Werlhof mit dem Titel: „Die Globalisierung des Neoliberalismus, seine Folgen und einige Alternativen“ wurde auf dem Internetjournal des Instituts für Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht.

Der Beitrag von Claudia von Werlhof ist im Artikel auf S. 106-138 zu finden.

>>>Claudia von Werlhof – Глобализация и неолиберализм:существует ли альтернатива разграблению земли?<<<

Homepage des Instituts für Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften: www.vestnik.isras.ru

Prof. Dr. Claudia von Werlhof bei Quer-Denken.TV – Caliban und die Hexe

Caliban und die Hexe – zur „Alchemie“ der Moderne.
Patriarchatskritik der kapitalistischen Gesellschaft

Prof. Dr. Claudia von Werlhof im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Wir leben heute (beginnend vor mehreren Jahrtausenden) in einer weitgehend patriarchal organisierten Welt oder Zivilisation, relativ unabhängig von Nationalitäten, Kulturen und Religionen. Die moderne Form dieses Patriarchats ist das „kapitalistische Patriarchat“. Es knüpft an die schon im Altertum formulierte „alchemistische“ Utopie an, durch eine technische Transformation, ja Überwindung und Ersetzung der Natur und Menschen, insbesondere der Frauen als Mütter, zu einer nur von Männern geschaffenen Zivilisation des „pater arché“, am Anfang des Lebens bzw. der Materie jeweils ein Herr bzw. „Vater“, zu gelangen.

Alternative dazu wäre eine matriarchale zivilisatorische Regelung, die nichts mit einer „Frauenherrschaft“ zu tun hat, sondern an der Kooperation und nicht Beherrschung oder gar Eliminierung bzw. Ersetzung von Natur und Müttern, also an dem „mater arché“ orientiert ist, wie es das Erdenleben kennzeichnet.

Obwohl die matriarchale Zivilisation die ältere und ursprüngliche ist, hat sie sich gegen die gewalttätige, kriegerische Patriarchalisierung der Kontinente bis auf einige noch immer lebende Matriarchate nicht halten können. Sie beruht auf Herrschaftsfreiheit, Gemeinsinn, Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit, Respekt und Achtung vor dem Leben. Demgegenüber steht die patriarchale Zivilisation, die genau umgekehrt geregelt ist, eben weil sie die irdischen, quasi „mütterlichen“, Bedingungen nicht akzeptiert und ihnen ihr alchemistisches Umwandlungsverfahren auf allen Ebenen und in allen Bereichen entgegensetzt. Dies führt zu einer buchstäblichen Verkehrung der Welt, die gerade in der Neuzeit und Moderne mithilfe moderner Maschinentechnik erst wirklich Gestalt angenommen hat. Ja, die Maschine ist sozusagen die Inkarnation des Naturersatzes, was aber wegen des historischen Scheiterns alchemistischer Verfahren nicht zugegeben wird.

Diesen Fragen geht Prof. Dr. Claudia von Werlhof (emeritierte Professorin für Politikwissenschaft und Frauenforschung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck) als einer der Mitbegründerinnen der Frauenbewegung auf den Grund. Sie zieht dafür die Linie von den Anfängen der Frauenforschung über das Buch „Caliban und die Hexe“ und die Auseinandersetzung mit dem Marxismus bis zur sog. Kritischen Patriarchatstheorie heute nach. 2007 gründete sie dazu den Verein FIPAZ (Forschungsinstitut für Patriarchatskritik und alternative Zivilisationen).

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die moderne Zivilisation im Zusammenhang mit dem Patriarchat vom Nanobereich bis hin zum Planeten Erde so zerstörerisch geworden ist, dass sie aufgegeben und re-matriarchalisiert werden sollte. Die kapitalistische Gesellschaft ist dabei der historische „Höhepunkt“ der patriarchalen Zivilisation. Dies sei der Grund für die Zivilisations- und Kapitalismuskrise der Moderne.

Homepage: Quer-Denken.TV


Die Buchrezension von Prof. Dr. Claudia von Werlhof zu Silvia Federici’s
Caliban und die Hexe – Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation ist
Grundlage für das Quer-Denken.tv Interview „Caliban und die Hexe – zur Alchemie der Moderne. Patriarchatskritik der kapitalistischen Gesellschaft“, und hier komplett als .pdf verfügbar.

>>>Buchrezension „Caliban und die Hexe“ als .pdf<<<

Prof. Dr. Claudia von Werlhof über das Bilderberger-Treffen in Tirol 2015

Hier der aktuelle Kommentar „Bergbilder und Bilderberger“ von Prof. Dr. Claudia von Werlhof
über das Anfang Juni 2015 in Tirol (im Hotel Interalpen in Buchen bei Telfs)
stattfindende Bilderberger-Treffen.

„Eine Gesellschaft, die geheim und polizeilich weiträumig gesichert tagen darf und das mit Politikern, Wissenschaftlern und „handverlesenen“ Medienleuten aus aller Welt, ist der Beweis dafür, dass wir nicht in einer Demokratie leben….“

Hier der komplette Text als .pdf download:
Claudia von Werlhof – Bergbilder und Bilderberger