Publikationen

¡Madre Tierra o Muerte! Reflexiones para una Teoría Crítica del Patriarcado.

Werlhof - Madre tierra o muerteLa cooperativa editorial El Rebozo presentó en el Autogestival su reciente edición de “¡Madre Tierra o Muerte!”, libro sobre feminismo y tecnología de la pensadora alemana Claudia von Werlhof.

El eje central de la publicación es una reflexión sobre la tecnología como una forma de concepción y dominación patriarcal que destruye a la Tierra y acaba con la vida. Al terminar la presentación, en una acalorada charla con lectores autogestivos, la alemana afirmó que la tecnología es igual a muerte y el planeta se ha convertido en una máquina.

Edición El Rebozo, Oaxaca Mexiko 2015
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Nell’età del boomerang. Contributi alla teoria del patriarcato.

Nell'età del boomerangLa teoria critica del patriarcato viene presentata nel volume illustrando un modo completamente nuovo di interpretare gli sviluppi attuali, alla luce del patriarcato, inteso come un progetto utopico di trasformazione totale del mondo – un tempo abitato da società matriarcali – nel suo opposto, un mondo al maschile in cui la natura e la donna siano sottomesse al controllo totale. Il progetto patriarcale nasce nell’antichità con l'“alchimia“ e si sviluppa col nuovo „sistema alchimistico“ del progresso nel moderno sistema capitalistico/socialista a livello globale. Esso opera tramite la distruzione e la ricomposizione della materia, un metodo che dovrebbe condurre a una forma più elevata di „creazione“, una paradossale „creazione attraverso la distruzione“. Al contrario, il suo vero risultato è la „crisi“, una „distopia“ delle generali condizioni di vita nel mondo, di una vita che sta sparendo dalla faccia della Terra.

Edizioni Unicopli, Milano 2014
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BERGeLEBEN – Naturzerstörung – Der Alptraum der Alpen.
Eine Kritik des Tourismus im Tiroler Ötztal

BERGeLEBENModerne Seilbahnstationen auf den höchsten Gipfeln, Kunstschneeherstellung auf den schwindenden Gletschern, Wellnessanlagen, gefüllt mit dem Wasser aus dem Berginneren, und Freizeitparks in den Talebenen: Die touristischen Projekte in den Alpentälern suggerieren Fortschritt und eine Neuschöpfung angeblich besserer Lebensbedingungen. Der analytische Blick durch die Brille der Kritischen Patriarchatstheorie lässt erkennen, dass dabei für einen historischen Moment und den Profit einiger weniger die Zukunft der Bergnatur und der Menschen brutal aufs Spiel gesetzt wird. Die konkreten Beispiele aus dem Tiroler Ötztal zeigen: Die gegenwärtige Zivilisation ist nicht nur weltweit, sondern auch vor unserer Haustür dabei, unseren Lebensraum zu vernichten. Was kann getan werden, um das Bergleben nicht irreversibel zugrunde gehen zu
lassen?

Scheiber, Ursula
Peter Lang, 2013
Reihe: Beiträge zur Dissidenz – Band 29
ISBN 978-3-631-65157-5 geb. (Hardcover)

 

Verantwortung – Anteilnahme – Dissidenz
Patriarchatskritik als Verteidigung des Lebendigen
Festschrift zum 70. Geburtstag von Claudia von Werlhof

Festschrift zum 70. Geburtstag von Claudia von WerlhofAnlässlich des 70. Geburtstags von Prof. Claudia von Werlhof wurde am 17. Mai feierlich die Festschrift mit dem Titel „Verantwortung – Anteilnahme – Dissidenz. Patriarchatskritik als Verteidigung des Lebendigen“ überreicht.

Die Festschrift enthält deutsch- und englischsprachige Beiträge von langjährigen FreundInnen, WeggefährtInnen, Geistesverwandten aber auch KritikerInnen der Jubilarin. Sie verdeutlichen, aus welchem internationalen Umfeld und Kontext heraus Claudia von Werlhof die «Kritische Patriarchatstheorie» begründet und weiterentwickelt hat. Die enthaltenen Artikel lassen sich in einem breiten Spannungsfeld zwischen Weltsystemanalyse, Subsistenzperspektive, Technik- und Wissenschaftskritik, Patriarchatskritik sowie Matriarchatsforschung einordnen und zeigen die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Analyse der gegenwärtigen Zivilisationskrise auf. Gleichzeitig bleiben sie der dringlichen Frage geschuldet, wie Verantwortung, Anteilnahme und Dissidenz als Wegweiser in eine lebensfreundliche Alternative verinnerlicht und gelebt werden können.

Behmann, Mathias / Frick, Theresa / Scheiber, Ursula / Wörer, Simone (Hrsg.)
Peter Lang, 2013
ISBN  978-3-631-63979-5

 

Politik und Kultur der Gabe
Annäherung aus patriarchatskritischer Sicht

Politik und Kultur der GabeAusgehend von der «Kritischen Patriarchatstheorie» wird die Gabe als Paradigma und als zwischenmenschlicher Akt untersucht. Es handelt sich dabei um einen ersten Versuch, politische, ökonomische, kulturanthropologische sowie spirituelle Aspekte zu vereinen und das vielschichtige und bedeutende Phänomen der Gabe transdisziplinär zu beleuchten. Auf der Suche nach einer Politik, Kultur und Ökonomie der Gabe werden Forschungsergebnisse der Matriarchatsforschung sowie der «Kritischen Patriarchatstheorie» vereint, um erste Ansätze einer neuen Theorie der Gabe vorzulegen, und diese im Kontrast zu den gängigen Theorien zu diskutieren. Im Ausgang von Genevieve Vaughan wird gezeigt, dass gerade in Zeiten der Krise die Frage nach der Alternative zum scheinbar alle Lebensbereiche  durchdringenden Tausch-Paradigma mehr denn je an Bedeutung gewinnt. Wir erfahren, dass es sich dabei nicht um eine Utopie handelt, sondern um eine immer schon vorhandene, konkrete, in Zeiten des kapitalistischen Patriarchats jedoch verborgene Alternative, die es wieder- bzw. neu zu entdecken gilt.

Wörer, Simone
Peter Lang, 2012
Reihe: Beiträge zur Dissidenz – Band 28
ISBN 978-3-631-63545-2 geb.

 

Der unerkannte Kern der Krise – Die Moderne als Er-Schöpfung der Welt

Der unerkannte Kern der KriseÖl im Golf von Mexiko, Kernschmelze in Fukushima, Gentechnik auf dem Vormarsch und soviel Kriegsgebiete wie noch nie … Es geht hier nicht um allgemeines Krisengerede, sondern um die Erkenntnis, warum die Krise systematisch an die Lebensbedingungen als solche geht: das utopische patriarchale Projekt der Schöpfung aus Zerstörung bzw. der Zerstörung durch eine sogenannte „Neu-Schöpfung“ folgt einer perversen, „alchemistischen“
Logik, die zudem mit Heils- und Erlösungserwartungen verbunden ist: Die Vernichtung des Gegebenen und natürlich Geborenen wird ausgeblendet und ist kollektiv unbewusst! Man schaut nur auf das von Menschen Gemachte. Die Zerstörung der Welt ist aber kein Irrtum, sondern gewollt, weil sie als Voraussetzung für eine so genannte „bessere Welt“ angesehen wird. Das ist die spezifisch moderne Irrationalität. Verbesserungsvorschläge und Reformen aber sind ebenso „Alchemie“ und tun so, als ob der Aufbau einer wiederum „besseren“ Welt ohne die gleichzeitig laufende Abschaffung patriarchalen Wollens, Fühlens, Denkens und Handelns bzw. des Patriarchats als System überhaupt möglich wäre.
Patriarchat jedoch ist ein bewusst gewollter, organisierter und globaler Krieg gegen das Leben und dessen Religion. Niemand weiß heute, welchen Charakter eine Bewegung haben könnte, die eine neue Zivilisation aufbaut. Es wird aber etwas ganz anderes sein müssen als das, was wir bisher gekannt haben. Einiges ist inzwischen schon zu ahnen…

Arun-Verlag, 2012
mit CD, ca. 70 min. Spielzeit
ISBN 978-3-86663-085-7
Zu bestellen beim Arun Verlag.

 

Die Verkehrung – Das Projekt des Patriarchats und das Gender-Dilemma

Werlhof, Claudia - DIE VERKEHRUNGDie Gesellschaft, in der wir heute leben, ist als modernes Patriarchat organisiert. Eine weitgehende Verkehrung aller Verhältnisse bestimmt das Leben in Natur und Gesellschaft. Nicht das irdisch Lebendige, das Geborene und seine Entfaltung und Erhaltung stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern dessen Zerstörung, Transformation und Verkehrung in ein künstlich Gemachtes, ein Ersatz-„Leben“. Wissenschaft und Politik ignorieren bzw. tabuisieren Debatten über Mütter, den Leib, Frauen und Natur. Aus der Kritik daran entwickelt Claudia von Werlhof die vorliegende „Kritische Patriarchatstheorie“.

Das Projekt des Patriarchats gilt als Fortschritt und als Weg in ein neues zivilisatorisches Paradies. Der Muttermord am Leib, der „Tod der Natur“ und der „Tod der Frau“ dürfen daher nicht mehr benannt werden. Das Verschweigen ist die Vorwegnahme der laufenden Mordtat und dient ihrer Legitimation. Mutterleib und Natur werden unsichtbar gemacht, sie sind unaussprechlich geworden. Der patriarchale Angriff gilt inzwischen auch dem Planeten, unserer „Mutter Erde“, die unter dem Vorwand des Ökologie- und Klimaproblems in den Griff der Transformateure geraten ist.

Prof. Dr. Claudia von Werlhof
Promedia Verlag, 2011
ISBN 978-3-85371-332-7, 240 Seiten, 17,90 Euro

 

 

Über die Liebe zum Gras an der Autobahn. Analysen, Polemiken und Erfahrungen in der ‚Zeit des Bumerang‘

cover_werlhofIn einer Zeit, in der wir mit den Folgen unseres Tuns schmerzlich konfrontiert werden, entlarvt die feministische Wissenschaftlerin Claudia von Werlhof den patriarchalen Fortschrittsmythos als „Schöpfung aus Zerstörung“, die eine künstliche Gegenwelt errichten will – gegen die Natur, gegen die Schaffenskraft der Frauen, gegen die Welt der Mütter, gegen eine erdverbundene Spiritualität. Das weltweite Scheitern des Projekts Moderne zeigt sie an den Themen: Wissenschaftskritik und Alternativen zur Wissenschaft, Patriarchat und Naturverhältnis, Krieg und „Globalisierung“, Frauenbewegung und Frauenstreit, Spiritualität und/als Liebeserfahrung. Und sie erklärt, wie ein Denken, das nicht dem Fetisch Technik huldigt, sondern das Lebendige liebt und an einer Frauenkultur orientiert ist, zu einem anderen Handeln führt – zum Aufbau einer post-patriarchalen Zivilisation.

Christel Göttert Verlag, 2010
ISBN: 978-3-939623-21-2, € 19,80

Vom Diesseits der Utopie zum Jenseits der Gewalt. Feministisch-patriarchatskritische Analysen – Blicke in die Zukunft?

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Von der feministischen Kapitalismus- und Patriarchatskritik zum Begriff der Moderne als globalem System des „kapitalistischen Patriarchats“ und der Entstehung der interdisziplinären „Kritischen Patriarchatstheorie“ als neuem Meta-Paradigma. Entwicklung eines neuen Patriarchatsbegriffs aus der Technikkritik: dem theologisch legitimierten Projekt einer männlichen „Schöpfung“ aus Zerstörung als der Utopie einer „Ersetzung“ von Mutter (und) Natur. Prognostische Qualität der Analysemethode aufgrund des Einschlusses der bisher unsichtbaren Gemachten, der Frauen.

Centaurus, 2010
ISBN: 9783825507541, € 22,80

West-End. Das Scheitern der Moderne als „kapitalistisches Patriarchat“ und die Logik der Alternativen

cover_werlhof3Als Alternative zum „kapitalistischen Patriarchat“ mit seinen hierarchischen, natur- und lebensfeindlichen Strukturen orientiert die Autorin auf eine egalitäre, naturkooperierende und lebensorientierte „matriarchale“ Zivilisation. Vor diesem Hintergrund diskutiert sie die neoliberale Globalisierung und ihre objektiven Grenzen, eine neuartige Definition des Kapitalismus mit patriarchaler „Tiefenstruktur“, den Charakter der Moderne als eines „alchemistischen Systems“ und Alternativen, die vor allem an der Peripherie des „modernen Weltsystems“ bereits entstehen. Dem folgt die Auseinandersetzung mit einem neuen, extrem patriarchalen und frauenfeindlichen christlichen „Fundamentalismus“. Abschließend behandelt sie den inneren Konflikt der Frauenbewegung zwischen dem Aufstieg im und dem Ausstieg aus dem Patriarchat.

PapyRossa, 2010
ISBN 978-3-89438-435-7, € 18,40

 

Kann es eine «neue Erde» geben?
Zur «Kritischen Patriarchatstheorie» und der Praxis einer postpatriarchalen Zivilisation

Kann es eine neue Erde gebenDer Band bietet die Darstellung, Anwendung und Weiterentwicklung des interdisziplinären Paradigmas der «Kritischen Patriarchatstheorie». Diese basiert auf neuen Begriffen von Patriarchat und Zivilisation sowie einer Technikkritik des Patriarchats als «alchemistischer» Utopie, die zurzeit scheitert. Der Ansatz bezieht die «Tiefenstruktur» des heutigen globalen «kapitalistischen Patriarchats» in die Analyse der laufenden Zivilisationskrise ein. Es ist der bisher einzige Ansatz, der systematisch die Genese dieser Krise aus der kriegerisch-religiösen Logik einer «Schöpfung aus Zerstörung» erklären kann. Als «Militär-Alchemie» macht diese inzwischen auch vor dem Planeten selbst nicht halt, bleibt aber kollektiv unausgesprochen. Die Indigenen-Bewegungen und die moderne Matriarchatsforschung zeigen u. a. Wege in eine alternative Zivilisation auf.

Peter Lang, 2011
Reihe: Beiträge zur Dissidenz – Band 27
ISBN 978-3-631-60798-5 geb. (Hardcover)

The Failure of Modern Civilization and the Struggle for a ‚Deep‘ Alternative

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Western civilization is the Utopia of a better and higher life on Earth. The globalization of neo-liberalism proves that this project has failed. The paradigm of „Critical Theory of Patriarchy“ explains this failure and discusses alternatives. By confronting the central civilizations in history, the egalitarian, life-oriented matriarchal one, and the hierarchical, nature and life dominating, hostile patriarchal one, we see that 5000 years of patriarchy have „replaced“ matriarchies and nature itself by a „progressive“ counter-world of „capital“. This transformation characterizes „capitalist patriarchy“ including „socialism“. Its demise is due to the „alchemical“ destruction of the world’s resources, thought of, theologically legitimized and fetishized as „creation“. This violence is not recognized. Elites have, instead, begun with a new „military alchemy“, treating the whole Planet as weapon of mass destruction. Hence, the „Planetary Movement for Mother Earth“.

Peter Lang, 2011
ISBN 978-3-631-61552-2 hb. , € 34,80

Die dem Institut zugeordnete Buchreihe „Beiträge zur Dissidenz“ wird von Prof. Claudia von Werlhof seit 1996 im Peter Lang Verlag herausgegeben und umfasst bislang 24 Bände:
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Teoría Crítica del Patriarcado

cover4Se parte de la «caída libre en picado» de la civilización occidental moderna, como se observa en la fase de la globalización del neo-liberalismo que demuestra cada día más su capacidad de destruir la vida en el planeta. A esta crisis profunda de la civilización moderna como «sistema mundial» se responde con el nuevo paradigma de la «Teoría Crítica del Patriarcado». La primera parte se dedica a la presentación e interpretación de la crisis del «sistema mundial» y al análisis de algunos de los movimientos que luchan por una alternativa civilizatoria. Se define el nuevo concepto de la modernidad como «patriarcado capitalista», calificado en su última fase como «sistema alquímico». Con esta «profundización» histórica se llega a un entendimiento mejor de las raíces de la crisis actual. La segunda parte se dedica al análisis teórico del patriarcado y sus orígenes como «sistema de guerra» en lucha contra las anteriores civilizaciones matriarcales. Desde entonces se niega el hecho de la existencia de civilizaciones matriarcales. Partiendo del punto de vista de la filosofía como disciplina, se desarrolla a continuación la idea y el programa de una «Filosofía Matriarcal de la Naturaleza» y una «Filosofía de la Historia Crítica del Patriarcado» como los dos pilares de una «Teoría Crítica del Patriarcado». La nueva teoría se presenta como una «meta-teoría para el siglo XXI» y un nuevo paradigma para las demás disciplinas científicas. La tercera parte se dedica a una «práctica postpatriarcal» y postcapitalista que comienza con una descripción del Movimiento Zapatista de México, analizándolo como camino hacia una civilización indígena ya no moderna ni occidental. Se termina con la llamada a una nueva espiritualidad de «intervincularidad de todo lo viviente» para poder aprender a relacionarse otra vez con la naturaleza y asumir una responsabilidad activa con la vida en el planeta.
Contenido: Globalización del neoliberalismo y alternativas – «Patriarcado capitalista» como «sistema alquímico» – Negación del matriarcado – «Filosofía Matriarcal de la Naturaleza» y «Filosofía de la Historia Crítica del Patriarcado» – «Teoría Crítica del Patriarcado» y «crisis de las condiciones de vida más generales» – Alzamiento desde lo profundo: los Zapatistas – Una nueva espiritualidad para una nueva civilización.

Los autores: Claudia von Werlhof, nació en 1943 en Berlín, Alemania. Desde 1988 profesora de Ciencias Políticas y Estudios de la Mujer en la Universidad de Innsbruck, Austria, fundó en 2007 el «Instituto de Investigación para la Crítica del Patriarcado y en favor de Civilizaciones Alternativas» (FIPAZ). Mathias Behmann, nació en 1980 en Bregenz, Austria. Licenciado en Ciencias Políticas y en Filosofía, se encuentra actualmente preparando su doctorado en la Universidad de Innsbruck, Austria. Es además gerente de FIPAZ, y su trabajo ha sido premiado con el «Theodor Körner» del Presidente de la república y el de «apreciación» del Ministerio de Ciencias y Artes en Austria 2009.

Aufbruch aus dem Patriarchat – Wege in eine neue Zivilisation?

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Die Utopie der Neuzeit vom «besseren» und «höheren» Leben erweist sich heute als Dystopie: statt des Himmels entsteht eine Hölle auf Erden. Dafür gibt es aber keine anerkannte Erklärung. Dem soll im Forschungsprojekt «Zivilisationspolitik» abgeholfen werden. Dazu dient ein neues Paradigma, das sich auf zwei zentrale und neu definierte Begriffe stützt: Zivilisation und Patriarchat. Demnach ist die ca. 5000-jährige Zivilisation des Patriarchats mit der Moderne auf dem Höhepunkt ihrer Realisation angelangt: der nicht nur ideellen, sondern auch materiellen «Ersetzung» möglichst aller Verhältnisse der ursprünglich matriarchalen Zivilisationen der Welt sowie der Natur durch eine «fortschrittliche» Gegenwelt und -natur in Gestalt des Kapitals (Ware, Geld, Maschinerie). Dieser «alchemistischen» Zerstörung der Welt, die als «Schöpfung» fetischisiert wird, werden neue Interpretationsformen und praktische Auswege in eine völlig neu zu bestimmende Zivilisation entgegengehalten.

Claudia von Werlhof: Sieben Jahre im freien Fall – Renate Genth: Zivilisationskrise und Zivilisationspolitik – Claudia von Werlhof: Das Patriarchat: «Befreiung» von Mutter (und) Natur? – Mathias Behmann: Idee und Programm einer Matriarchalen Natur- und Patriarchatskritischen Geschichtsphilosophie. Zur Grundlegung der Kritischen Patriarchatstheorie angesichts der ‚Krise der allgemeinsten Lebensbedingungen‘ – Sibylle Auer: Von der (geborenen) Gabe zum (getöteten) Opfer? Das Anderl vom Judenstein: Ein fiktiver Ritualmord als patriarchale Gegenerinnerung an die Gabe? – Franco Ruault: Der Hexenjäger als Staatstechniker. Heinrich Himmler und der «H-Sonderauftrag» – Claudia von Werlhof: Satanologie angesichts der Apokalypse. Wovon René Girard (nicht) spricht und was daraus folgt (Gesamtfassung) – Simone König: Die Kuh ist ein Geschöpf der Fülle. Auf dem Weg zu einer neuen Mensch-Tier-Beziehung – Martin Haselwanter: «Make Capitalism History!» Die Proteste gegen den G8-Gipfel (Heiligendamm 2007): Auf dem Weg in eine «andere Welt»?

«Heiliges Land Tirol»?

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Heilige Bäume, Steine und Quellen sind besondere Orte. Wann und warum wurden diese verehrt? Waren die Frau Hitt, der König Serles oder «unsere liebe Frau» einst Landschaftsgöttinnen? Gab es ein Matriarchat in Tirol? In diesem Buch werden Kultorte als Spiegel der fünf zivilisatorischen Grundverhältnisse dargestellt. Die politischen Bedingungen, das Natur-, Transzendenz-, Generationen- und Geschlechterverhältnis werden anhand der archäologischen Fundberichte diskutiert, um matriarchale Gesellschaften oder/und eventuelle Patriarchalisierungsprozesse in Tirol zu erkennen. Demzufolge werden zusätzlich zu sakralen Wäldern, Bergen und Gewässern zahlreiche archäologische Kultstätten und deren Zusammenhang mit Herrschaft(sfreiheit) diskutiert.

Aus dem Inhalt: Kultorte zwischen zyklischer Sakralität und (schein)heiliger Gewalt – Kultorte als Uteri. Räume des Werdens oder Räume des Herrschens bzw. des Machbarkeitswahns? – Matriarchat in Tirol. Wunschtraum oder Wirklichkeit? – Archäologische Kultstätten und die matriarchale Herrschaftsdebatte.

Die Autorin: Sibylle Auer erhielt von der Universität Innsbruck für ihre Dissertation ein Stipendium aus der Nachwuchsförderung. Sie arbeitet als freie Wissenschaftlerin und Erwachsenenbildnerin und engagiert sich gesellschaftspolitisch.

Risiken und Nebenwirkungen von Gender Mainstreaming

cover2Diese Arbeit ist der Versuch, sich nicht nur mit einzelnen Teilbereichen von Gender Mainstreaming zu beschäftigen, sondern den Leserinnen und Lesern einen umfassenden Überblick bezüglich dieses Themas zu ermöglichen. Die Autorin beleuchtet die Hintergründe von Gender Mainstreaming und geht pointiert auf die vielen Tücken ein, lenkt zugleich aber auch den Blick auf mögliche Chancen. Sie bietet außerdem Begriffsbestimmungen zu den fremdsprachigen Vokabeln im Kontext von Gender Mainstreaming an und erörtert Fragen nach dessen Anwendungsmöglichkeiten sowie den Voraussetzungen, die dafür nötig wären. Zuallererst legt die Autorin jedoch ihren eigenen feministischen Standpunkt dar, um den Leserinnen und Lesern den Blickwinkel zu verdeutlichen, unter dem dieses Konzept analysiert wurde.
Aus dem Inhalt: Die Erfindung von Gender Mainstreaming – Die pragmatischen Hintergründe von Gender Mainstreaming – Die Uneindeutigkeit von Gender Mainstreaming, Chance oder Risiko? – Gender Mainstreaming, rhetorische Modernisierung oder Paradigmenwechsel in der Gleichstellungspolitik? – Die Aussichten bezüglich Gender Mainstreaming – Wie kann man Gender Mainstreaming umsetzen? – Knackpunkte bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming.

Die Autorin: Eva-Maria Loidl, geboren 1965 in Bruck an der Mur (Österreich); 1981-1984 Lehre als Einzelhandelskauffrau; 1997-1998 Studium der Theologie an der Universität Salzburg mit den Schwerpunkten Moraltheologie und Gesellschaftslehre; 1998-2004 Studium der Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck mit dem Studiumsschwerpunkt Kritische Gesellschafts- und Kulturanalyse; zeitgleich von 2002-2004 Ausbildung zur systemischen Coach und Organisationsberaterin; seit 2005 Lehrerin an der Sozialpädagogischen Schule in Schlins.

Zurück in die Zukunft des Kapitalismus

Polen – Krakau im Jahre 2000. An der Zeitenwende. Ein ehemaliges Bruderland löst sich seit nunmehr einem Jahrzehnt aus den Fesseln der Komuna. Polen ist darum bemüht, in eine tausendjährige, vornehmlich westeuropäisch dominierte Kontinuität zurück zu finden, um die alten Gespenster ein für alle Mal zu bannen. Gemäß seiner historischen Tragik hat dieses Land bereits zahlreiche Ausbeutungswellen über sich ergehen lassen und kann doch nicht anders, als dem hoffnungsfrohen Aufruf in die Zukunft zu folgen. In dieser Feldforschung wirft die Autorin Schlaglichter auf die aktuelle Befindlichkeit der Polinnen und Polen im Kontext der EU-Osterweiterung und verpflichtet sich dabei einem Analyseansatz «von unten».

Aus dem Inhalt: Transformationslogik und Weltwirtschaft – Weltsystemtheorie und Systemalternative bzw. -konkurrenz – WTO-Regime – Neoliberalismus – Kolonialismus – Kommerz, Konsum und Warenproduktion – Arbeitslosigkeit – Sozialer Verfall – Verelendung – Konkurrenzdruck

Die Autorin: Andrea Salzburger, geboren 1972 in Innsbruck; Studium der Politologie und Romanistik an den Universitäten Innsbruck, Bologna und Krakau; langjährige Auslandsaufenthalte begleitet von intensiver Reisetätigkeit; zeitgleich Erwerbsarbeit bei einem internationalen IT-Konzern; derzeit als Wirtschaftsjournalistin tätig.

WasserLos in Tirol

Anhand von fünf Themensträngen wird die Entwicklung des Umgangs mit Wasser als Gemeingut mit einem Schwerpunkt für Tirol aufbereitet. Zusammengenommen sollen diese fünf Teile ein Gesamtbild liefern, das aufzeigt, dass die Weichen für den Weg des Wassers in die ökonomische Verfügung multinationaler Konzerne gestellt sind – auch in Tirol. Diese sozialwissenschaftliche Forschungsarbeit ist im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Erkenntnis und Lebensform und der Internationalen Tagung WasserLos. Vom öffentlichen Gemeingut zur privaten Geldquelle?, die in Innsbruck anlässlich des Internationalen Jahrs des Süßwassers vom 14.-16. Mai 2003 veranstaltet wurde, entstanden.

Aus dem Inhalt: Ursprünge der Privatisierung in Tirol im 15. Jahrhundert und historischer Abriss bis in die heutige Zeit – Nutzung des Wassers in Tirol im Lauf der Zeit, das schleichend vom Gemeingut zum privaten Geldquell wurde – Komplexe und teilweise spitzfindige rechtliche Verankerung der Privatisierung des Wassers in Gesetzen – Politische Entscheidungen und Wege von regionaler bis zur EU-Ebene hin zur globalen Privatisierung von Wasser – Auswirkungen der Wasserentnahme für den gesamten Naturhaushalt.

Die Autorin: Verena Oberhöller, geboren 1973 in Innsbruck; Studium der Politikwissenschaft mit einer Fächerkombination aus dem Bereich Geschichte, Kunstgeschichte und Sozialkunde in Innsbruck; tätig in der Organisation von gesellschaftspolitischen Tagungen und kunstbezogenen Projekten im Umweltbereich.

«Neuschöpfer des deutschen Volkes»

Wie ist das abstrakte Feindbild des «jüdischen Rassenschänders» zustande gekommen? Welche politischen Strategien, welche Mechanismen von Herrschaft und Unterwerfung verbergen sich dahinter? Wie war es möglich, dass die antisemitischen Sexualphantasien von Rassenschändung die deutsche Gesellschaft in nur wenigen Jahren durchdringen und durch das Wirken von Julius Streicher zur «Kampfgemeinschaft» formen konnten? Diese Arbeit versucht erstmals die Textur jenes Verbrechens zu entschlüsseln, auf welcher der Vorwurf von «Rassenschande» beruht, und zugleich die Ordnung der Wunden, die Matrix des nationalsozialistischen Rassendenkens aufzuzeigen. Der «jüdische Rassenschänder», wie ihn Streicher popularisiert hatte, tritt inmitten Europas in einem seiner modernsten Staaten auf: am Umbruch einer Modernisierungsschwelle, an welcher die deutsche Gesellschaft nicht nur durch soziale, politische und religiöse Erosionsbewegungen zu zerbersten drohte, sondern an der auch gesellschaftliche Alteritäten in den Blick genommen wurden. Aus dem Gegensatz dieser Politikvorstellungen soll erstmals die wohl populärste Variante nationalsozialistischer Judenfeindschaft, die obszöne, sadistische Judenhetze gegen so genannte «jüdische Rassenschändung» deutscher Frauen und Mädchen, wie sie maßgeblich durch Streicher betrieben und forciert worden war, inhaltlich analysiert und in einen historisch-politischen Kontext gestellt werden.

Aus dem Inhalt: Die Ordnung der Geschlechter – Der Kampfbegriff «Rassenschande» – Anatomie eines «Berufsantisemiten» – Einkreisung und Entgrenzung – Paradigma und Strategie in der «Kampfzeit» – Mutterleibsphantasien – Ritualisierte Tötung: «Prangeraktionen» gegen «Rassenschänder» – Ausblick: Die Lebenden und die Toten.

Rezension: «Ruault hat ein wichtiges Buch geschrieben, das sich aus der Fülle der historischen Literatur zum Dritten Reich durch seinen originellen methodischen Ansatz heraushebt. Er liefert nicht nur neue Informationen und aufschlußreiches Zitat- wie Abbildungsmaterial…, sondern ein Erklärungsmodell für einen besonders verabscheuenswürdigen und widerwärtigen Aspekt des Nationalsozialismus.» (Frank-Rutger Hausmann, Informationsmittel IFB)

Der Autor: Franco Ruault wurde 1969 in Hohenems (Österreich) geboren. Er studierte Politikwissenschaft, Zeitgeschichte und Medienforschung an der Universität Innsbruck. Derzeit lebt und arbeitet der Autor in St. Gallen (Schweiz).

Kolonialismus in Bildern

Ist das Bild als Abbildung, als Postkarte oder als unsere Wahrnehmung ein unschuldiges Medium? – Nein! Anhand von Beispielen aus den Welt- und Kolonialausstellungen, einem Phänomen des historischen Kolonialismus, wird deutlich, daß der Kolonialismus in Bildern bestehende Herrschaftsverhältnisse auch in den Augen der Menschen festigen soll: Auf Basis der kolonialen Ideologie – wie etwa der Zivilisierung – werden die Kolonien als kolonialer Traum inszeniert und über Plakate und Postkarten vermarktet. Diese exotischen Sujets und Stereotypen prägen durch Normung und Sinnstiftung Wahrnehmungstraditionen. Die philosophische Wurzel dieser Kanalisierung, der Reduzierung der Welt auf Bruchstücke, liegt in der patriarchalen Bildertradition, die Platon in der Urbild-Abbild-Metapher formulierte.

Aus dem Inhalt: Weltausstellungen und Kolonialausstellungen in Frankreich im 19. und 20. Jahrhundert – Freihandel und Zivilisierung als Ideologie der Welt- und Kolonialausstellungen – Inszenierung der Kolonien als Bilderkonstruktion – Vermarktung des kolonialen Traums und von exotischen Darstellungssujets über die Postkarte – Abstraktion der Wahrnehmung: Urbild-Abbild-Metapher von Platon – Kolonialismus als patriarchaler Herrschaftsmechanismus.

Die Autorin: Ines Caroline Zanella wurde 1976 in Innsbruck geboren. Sie studierte bis 2004 Politikwissenschaften, Philosophie und Frauenforschung an der Universität Innsbruck mit einem Forschungsjahr in Paris. Seit mehreren Jahren ist sie Mitarbeiterin von Südwind-Entwicklungspolitik und des Otto-Preminger-Instituts. Die Autorin ist Mitbegründerin des Innsbrucker Kreises zur Förderung des Friedens- und Demokratiegedankens.

Die Villgrater Kulturwiese

Am 9. April 1996 ging das Veranstaltungszentrum der viel beachteten Osttiroler Kulturinitiative «Villgrater Kulturwiese» in Flammen auf. Brandstiftung! Das Dorf fühlte sich erleichtert. Dieses Buch gibt eine Ortsbestimmung jener «patriarchalen» dörflichen Moral, die mit aller Gewalt eine «andere» Moral verhindert: Die konfliktreiche Geschichte der Villgrater Kulturwiese und eine Umfrage im Dorf werden mit historisch-philosophischen Überlegungen unterlegt. Ergebnis: Die dörfliche Moral duldet kein Anderssein. Zugleich möchte diese Arbeit aufzeigen, was unter einer «anderen» gelebten Moral zu verstehen ist. Neben Gesprächen mit Mitarbeitern der Kulturwiese werden exemplarisch Künstler auf der Kulturwiese vorgestellt, die mit ihrer Arbeit das Anliegen einer ganzheitlichen, herausfordernden und schöpferischen Moral dokumentieren.

Aus dem Inhalt: Vom Leben im Dorf: Eine allgemeine Hinführung – Ein Dorf steht Kopf: Die Villgrater Kulturwiese – eine Rückschau – Das Dorf im Gleichgewicht: Analyse der dörflichen Moral – Das «andere» Dorf: Versuch einer «anderen» Moral – Das «andere» Leben: 5 Jahre danach – eine Bestandsaufnahme – Anhang: Umfrage und Interviews.

Der Autor: Johannes Eder, geboren 1971; Studium der Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck; Musikstudium am Konservatorium Innsbruck; Musiklehrer.

Mutterschaft im Patriarchat

Diese Arbeit nimmt die Mutter zum Ausgangspunkt einer Neuorientierung des Verständnisses von gesellschaftspolitischer Ordnung, statt sie – wie in der politischen Praxis – als gesellschaftliches Randproblem zu behandeln. Die Brisanz dieser Untersuchung liegt darin, dass dieser Ansatz auch an ein Tabu innerhalb der politischen Theorie und dem Diskurs innerhalb der Frauenbewegung rührt, nämlich dem des Begriffs der Natur und der Leiblichkeit. Methodisch geht die Arbeit von einem interdisziplinären Ansatz – Matriarchatsforschung, feministische politische Theorie und Philosophie, Vernunftkritik, Geschichte und Psychoanalyse – aus. Es wird gezeigt, dass die neuen Technologien sowie die ökonomischen, politischen und wissenschaftlichen Prozesse zum Versuch des Patriarchats gehören, Leben und Natur in ihrer schöpferischen Potenz abzuschaffen und durch andere, angeblich bessere, perfektere Lebensformen zu ersetzen.

Aus dem Inhalt: Die patriarchale Mutterschaft – Die Mutter in der feministischen politischen Theorie und Philosophie – Matriarchat als mütterliche Ordnung – Historische Transformationen von Geburt und Mutterschaft – Die historische Entwicklung der Begriffe von Natur, Körper, Zeit und Individuum – Die Mutter in der Psychoanalyse – Die Entwicklung in der Reproduktionstechnologie und die feministische Kritik – Neue Wege in der Frauenbewegung – Die mütterliche Ordnung.

Die Autorin: Irene Mariam Tazi-Preve, geboren in Innsbruck, Studium der Politikwissenschaft und Romanistik, Mag. Dr., wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Demographie, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien.

Biopiraterie und Indigener Widerstand

Die biologische und kulturelle Vielfalt der Erde stehen auf der Abschussliste des patriarchal denkenden Weißen Mannes. Ausgehend von dieser These zeigt die Autorin auf, wie durch Gentechnik, Patentrecht, Kolonialismus, Konzernglobalisierung und neoliberale Verträge versucht wird, Monopole über Leben in den Händen einiger Weniger zu konzentrieren. Dabei wird bewusst die Schädigung der Natur und des Lebens herbeigeführt, um Gewinne und Macht der Konzerne zu erhöhen. Alle(s) soll(en) von ihnen für immer abhängig sein, wohl wissend, dass dies die ständige Verringerung der Lebenschancen von Mensch und Natur bedeutet. Die Arbeit, mit konkreten Beispielen aus Mexiko, dient dem kritischen Hinterfragen und der Ent-Täuschung angeblich notwendiger Entwicklungsprozesse.

Aus dem Inhalt: Biodiversität, Bioprospektion, Biopiraterie – Internationale Biodiversitätspolitik – Patente – Geistige Eigentumsrechte – TRIPs – Annäherung an das Andere – Negierung der Vielfalt – Mexiko: Von der Notwendigkeit des Widerstandes.

Die Autorin: Barbara Thaler, geboren 1977 in München. Studium der Politikwissenschaften und Spanisch (Romanistik) an den Universitäten Innsbruck und Salamanca. 2002 Forschungsaufenthalt in Oaxaca (Mexiko). Sponsion im Fach Politikwissenschaften mit Schwerpunkt Ökologie 2003, anschließend fünfmonatiges Praktikum an der Universidad de la Tierra, Oaxaca.

Die Brüste der Frauen

Die Ausgangsfrage der Arbeit war: Kann es möglich sein, daß die Erkrankung Brustkrebs mit dem generellen Status und der Darstellung der Frau in einer patriarchalen Gesellschaft zusammenhängt? Die Untersuchung folgt bei der Erforschung dieser Fragen den methodologischen Prinzipien der Frauenforschung, die Maria Mies formulierte. Leiblichkeit und die Erfahrung leiblichen Seins gründen immer auch in Benennungen, Darstellungen und Zuschreibungen von Außen. Die positive Bedeutung des ehemals heiligen Frauenleibes wurde durch patriarchale Strategien entwertet und in ihr Gegenteil als Todbringer verkehrt. Die Frauen haben wenig Bewußtsein von den Mechanismen, die sie an Leib und Seele erkranken lassen. Erst wenn sie erkennen, daß ihre scheinbare Ohnmacht und Krankheitsanfälligkeit patriarchal inszeniert ist, können sie anfangen, gegenteilige Weiblichkeitsbilder zu entwerfen und sie zu leben.

Aus dem Inhalt: Körpertheorien, besonders die Reduktion des Frauenleibes in einen sexuell funktionierenden Körper – Fähigkeiten der Brüste in der symbolischen Darstellung durch verschiedene historische Zeiten – Brüste als Körperding – Symbol der Zurichtung im Heute – Brusterkrankungen und der Umgang damit, vor allem am Beispiel einer Fernsehsendung mit Fachmännern und «Unwissenden» – Wahrnehmungs- und Empfindungsweisen von Frauen.

Die Autorin: Elisabeth Sorgo, geboren 1963 in Au/Bregenzerwald, Österreich. 1980-1983 Krankenpflegefachschule in Innsbruck/Tirol. 1994-1998 Studium der Pädagogik und des psychotherapeutischen Propädeutikums an der Universität Innsbruck, 1998-2001 Doktoratsstudium der Erziehungswissenschaften. 2002-2003 Assistentin am Institut für Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck, Fachbereich Integrative Pädagogik, system- und entwicklungstheoretischer Bereich. Seit 1999 Ausbildung zur Integrativen Gestalttherapeutin.

Wider die Metaphysik

«Metaphysik» umschreibt das Gemeinsame der patriarchalen Religionen, Ökonomie, Politik, Technik und Wissenschaft. Ihr Ziel ist die Transzendenz des natürlich Gegebenen, innerhalb dessen laut Patriarchatslogik Materie und Frauen Synonyma bilden. Da primär Männer Herrschaft mittels Gewalt begründe(te)n, Zerstörung und Aneignung des Anderen theoretisch legitimieren und praktisch ausleben, stellt sich gerade ihnen als vermeintlich Geistiges die Frage nach dem Verhältnis zur (eigenen) Leiblichkeit, Lebens- und Liebesfähigkeit. «Die Reise Jürgen Mikschiks durch zentrale patriarchale Verirrungen von der Antike bis heute ist fesselnd geschrieben, elegant formuliert, voller origineller Vergleiche und ein Genuß für jeden denkenden Menschen.» (Claudia von Werlhof)

Aus dem Inhalt: «Im Anfang war…» Logos oder Leben? – Gott oder Göttin? – Weisheit und Erkenntnis durch Leibbezogenheit – Lebensbegriff im Alten Testament – Idealistischer Lebensbegriff Platos, Philos, Paulus´, Luthers – Jesus versus Christus – Einfluß Luthers auf den Deutschen Idealismus: Leibniz und Hegel – Globalisierung und virtuelles «Leben» als Produkte des Protestantismus.

Der Autor: Jürgen Mikschik, geb. 1971, studierte Politikwissenschaft in Innsbruck (Sponsion zum Mag. phil. 1998), war in der Folge bei der Ausländerberatung Tirol tätig, arbeitet seit 1999 bei der Caritas der Diözese Innsbruck, absolviert seit 2000 mehrere Ausbildungen im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung und ist seitdem auch für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Rahmen von Auslandseinsätzen tätig.

Über Maschinisierung und Mimesis

Grundrätseln der Maschinisierung wird hier eine Lösung gewiesen: z.B. der Frage, wie es kommt, daß der jeweilige Stand der Maschinisierung für die Zivilisation zum Maßstab wird und dem Rätsel, daß die moderne Technik Fluch und Segen zugleich ist und sich daraus ein Zauberlehrlingseffekt ergibt. Der Begriff der Mimesis klärt solche Fragen. Mimesis ist als menschliches Grundvermögen Nachahmung und Anverwandlung zugleich. Sie ist das Verwandlungsvermögen, sich Wahrnehmungen einzuverleiben und in Imaginationen und Vorstellungen umzubilden, und sie ist Quelle schöpferischer Kräfte. In der Moderne gelten die mimetischen Aneignungen der Maschinisierung. Mimesis an Maschinen hat tiefreichende Konsequenzen für das Selbstbild der Menschen und für alle Tätigkeiten. Das Geschehen kann bis zur zivilisatorischen Implosion führen, der mit einer Zivilisationspolitik mittels neuer mimetischer Vorbilder begegnet werden kann.

Aus dem Inhalt: Soziale Mimesis in der industriellen Zivilisation – Mimetische Aneignung – Außen- und Innenansichten der Maschine – Neue Medien und Computer – Mimesis an Maschinen – Maschinisierung menschlicher Tätigkeiten und des Denkens – Naturverhältnis – Maschinisierung als Maßstab der Zivilisation.

Die Autorin: Renate Genth, 1989-2000 Teilzeitprofessur an der Universität Hannover im Institut für Politische Wissenschaft für Politische Theorie und Wissenschaftskritik. Forschungsthemen: Naturverhältnis; Maschinisierung, neue Medien und Mimesis als Aneignungsweise; Theorien von Hannah Arendt; Frauenpolitik und politisches Handeln von Frauen.

Drogen und Politik

Als Praktikerin innerhalb des Tiroler Drogenhilfsnetzes und als Politologin an dieses Thema heranzugehen, bedeutet eine Spagatübung. Die staatliche Heroinabgabe erweist sich in dieser Arbeit als eine fachlich adäquate Herangehensweise auf der einen Seite und als ein weiterer Schritt zur patriarchalen Neuschaffung von Welt und Mensch auf der anderen Seite. An der Demarkationslinie zwischen gesellschaftlichem Innen und randständigem Außen prallen Widersprüche in einer Heftigkeit aufeinander, die stutzig macht und aufhorchen läßt. Dieses Buch macht sich auf den Weg nach der Geschichte eines selbstverständlich gewordenen Diskurses und stellt sich dabei auch den Ängsten, die ungefragt damit einhergehen.

Aus dem Inhalt: Das Gesellschaftsprojekt – Patriarchalisierung – Herrschaft als Rausch – Die Idee von der drogenfreien Gesellschaft – Legale Heroinabgabe – der Weg dahin – Heroin, das berühmte Unbekannte – Werdegang der Verbotspolitik – Auswirkungen der Verbotspolitik – Heroinprogramme – Hintergrund – Heroinkonsum abseits des professionellen Regelungsregimes – Die Tiroler Situation und die legale Heroinabgabe.

Die Autorin: Michaela Moser, 1970 in Linz an der Donau geboren. Studium der Politikwissenschaften und Erziehungswissenschaft an der Universität Innsbruck. Seit 1992 in der niederschwelligen Drogensozialarbeit tätig. Im Zuge dessen diverse Vortrags- und Beratungstätigkeiten unter anderem auch als Mitglied des Tiroler Suchtbeirates. Im Jahr 2000 ehrenamtliche Mitarbeit im stationären Team der Innsbrucker Hospizgemeinschaft. Beginn des psychotherapeutischen Propädeutikums neben der Arbeit in der Anlaufstelle KOMFÜDRO.

Frauenpolitik und politisches Handeln von Frauen

Die Diskussion über Frauen hat das Subjekt verloren. Es ist in unendlichen Differenzen zersplittert. Unterschlagen wird dabei die «generative Begabung». Frauen werden, ob sie wollen oder nicht, damit identifiziert. Ihre Bedeutung hängt heimlich davon ab, wie Natur betrachtet wird. Im heutigen Verständnis geraten Frauen zu Parias. Durch Aufstieg, als «Parvenue», oder durch politisches Handeln als «bewußte Paria» suchen sie einen Ausweg. Damit ist auf die Vorstellungen von Hannah Arendt verwiesen. Im Situationsgeflecht von Paria, Parvenue, Arbeit und politischem Handeln ist die alltägliche Zerreißprobe von Frauen verortet. Nur wenn diese als «bewußte Parias» auch das soziale und kulturelle Naturverhältnis mitverhandeln und im Bereich der Arbeit auf Gleichverpflichtung dringen, läßt sich die Situation von Frauen dauerhaft verbessern.

Aus dem Inhalt: Frauenpolitik – Pluralität – Gleichheit und Differenz – Generative Begabung – Gleichverpflichtung als Ziel – Arbeit und politisches Handeln von Frauen – Privatsphäre und Öffentlichkeit – Hannah Arendt – Paria und Parvenue – Naturverhältnis – Nachkriegsfeminismus.

Die Autorin: Renate Genth: 1989-2000 Teilzeitprofessur an der Universität Hannover im Institut für Politische Wissenschaft im Bereich Politische Theorie und Wissenschaftskritik. 1998 Gastprofessur in Innsbruck; Forschungsthemen: Naturverhältnis; Maschinisierung, neue Medien und Mimesis als Aneignungsweise; Theorien von Hannah Arendt.

Über die Melancholie

«Das erinnernde, den Schmerz akzeptierende, dunkle Denken der Melancholie galt nicht umsonst schon einmal als Todsünde. Melancholie verweigert die Ablösung aus Ursprüngen und die Akzeptanz bloßer Anfänge durch kausalitätsstiftendes Handeln. Sie muß auch das Mythische nicht verdrängen, um der bloßen Auf-klärung die Konfrontation mit ihrem eigenen Mythos zu ersparen. Unbequem, vieldeutig, poetisch ver-woben, so präsentiert Gerhard Diem seine philosophisch-ästhetische Assoziation, die mit der Melancholie dem Künstlerischen näher steht als einem Wissenschaftlichen, das lediglich beherrschungsorientiert, politisch, ist». (Claudia von Werlhof)

Aus dem Inhalt: Last und List und Lust – Apokalypse und Aufklärung – Gott und Arbeit – Wandel und Handel.

Der Autor: Gerhard Diem wurde 1967 in Hohenems geboren. Studium der Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Frauenforschung in Innsbruck. Lebt als Maler und Sozialarbeiter in Innsbruck.

vom Grund

Das Begriffsfeld um den Begriff Abstraktion ist uns heutzutage nicht mehr geläufig, obwohl deren Mechanismen unsere Lebensweise grundlegend bestimmen. Ausgehend von der «matrilokalen Ordnung» hat uns dieses Abziehen des Grundes an den Rand des Lebensmöglichen gebracht. Der Boden als Grundzusammenhang jedoch kann nicht zerstört werden. In den Ein-schreib-ungen des «Werdens und Vergehens» (Natur) bewahren sich die Kraft und die Fülle des Lebens auf. Dieses Schreiben kommt und verschwindet wie der Wind. Es macht die weltumspannende Logik des Zerstörens begreif- und umkehrbar.

Aus dem Inhalt: Abstrakt – Verbindungen unter der Haut – Mater arché – Polaritäten und Dichotomien – Ort – Einschreibungen.

Der Autor: Michael Stark, geboren 1968 in Fontanella – Vorarlberg, nach der Matura 1986/87 Freiwilliges Soziales Jahr. 1993 Abschluß des Pädagogikstudiums und 1996 des Doktorates in Politikwissenschaft – beide in Innsbruck. Anschließend Verlagsarbeit, derzeit Behindertenbetreuer.

Angst, Autismus und Moderne

Obwohl in diesem Buch viel von autistischen Verhaltensweisen die Rede ist, handelt es sich doch nicht um ein Buch über eine Abweichung. Das Thema ist vielmehr das Wesen der Normalität. Der Autismus ist, so die These des Buches, die konsequent zu Ende geführte herrschende Vorstellung von einem normal funktionierenden Subjekt. Die Normalität wird, solcherart ins Extrem getrieben, aus den Bahnen des Gewohnten geworfen und einer radikalen Erkenntnis ihres Wesens zugänglich. Es wird so nicht nur deutlich, wie grundlegend die herrschende Subjektform und ihre Vergesellschaftung auf einem reduzierenden und letztlich vernichtenden Umgang mit dem Fremden beruht, sondern auch wes Geistes Kind die Sehnsüchte sind, die das weltzerstörende Projekt der Moderne vorantreiben.

Aus dem Inhalt: Der Autismus aus der Sicht einer Autistin – Autismustheorie gegen den Strich gelesen – Die Geschichte der rettenden Distanz – Das Leiden an der Paradiessehnsucht.

Die Autorin: Doris Schober, geboren 1966 in Salzburg, studierte Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Frauenforschung an der Universität Innsbruck. Während des Studiums arbeitete sie beim Verein Alpenweiber in BeWEGung und absovlierte ein Praktikumsjahr an der Akademie Hagia, Verein für kritische matriarchale Forschung und Erfahrung. Seit 1996 ist sie in der feministischen Sozialarbeit tätig.

Humankapital

Schlagworte wie «lebenslanges Lernen», «Fachidiot» oder «Titelsucht» prägen die Diskussion über unser Bildungssystem. Ein eingeschränktes Verständnis von Lernen und Wissen drückt sich darin aus, daß Bildung lediglich als Werkzeug von Staat und Wirtschaft verstanden wird. Der Machbarkeitswahn ist nicht nur im Bereich der Gentechnologie (Züchtung) spürbar, sondern prägt auch Erziehung und Unterricht (Züchtigung): Politik wie Wirtschaft schlagen aus dem «Menschenmaterial» Kapital. Dieses Buch zeigt den Zusammenhang von Patriarchat, Kapitalismus und Bildung auf und versucht, dem Leser neue Dimensionen von Leben und Lernen zu eröffnen.

Aus dem Inhalt: Von Zuckerbrot und Peitsche: Warum Zücht(ig)ung von Menschen? – Transformation in Bürger und Human-Maschine – Allseitigkeit der Erziehung – Beschäftigungstherapie – Bildung als Vermarktung des kapitalistischen Weltsystems – Dominanzkultur – Neue Dimensionen von Lehren und Lernen.

Die Autorin: Sibylle Hammer wurde 1973 in Innsbruck geboren und wuchs in Rinn und Wattens auf. 1996 beendete sie ihr Studium der Politikwissenschaft. Seither ist sie pädagogische Mitarbeiterin im Katholischen Bildungswerk Tirol.

Gratwanderungen

Die Grundthese dieses Buches ist paradoxal: Das Projekt der Aufklärung dient der Verschleierung. Im Scheinwerferlicht der Moderne gerinnt die Natur zum toten Begriff. Die fatale Gleichung der abendländischen Kultur lautet: «Emanzipation = Verdrängung». Das dialektische Bindeglied der Aufklärung ist die fortschrittliche Zerstörung von Natur durch die Vernunft. In den Fängen der Technik erweist sich Autonomie als verheerende Pathologie. Das Buch, einst Symbol für das kulturelle Vergessen, wird zum Zeichen der Erinnerung an das Verdrängte. Erst die Rückbesinnung als dissidente Geisteshaltung mag den Weg in eine friedfertige Kultur weisen und die Begegnung mit dem Fremden ermöglichen: Wähnende Sinne statt wahnsinnige Fortschrittsperspektivenƒ

Aus dem Inhalt: Metamorphosen des Lichts (1. Buch): Natur: Reise in die Tiefen des Unsagbaren – Die Suche nach dem Sinn – Aufstieg und Fall des autonomen Subjekts – Technik: die Falle der Vernunft – Die Dialektik und das Fremde (2. Buch): Krieg und Frieden – Die Rückkehr des Verdrängten.

Der Autor: Alex Fohl, am 15. August 1962 in Esch/Alzette (Luxemburg) geboren, studierte Fremdsprachen in Metz sowie Geisteswissenschaften in Klagenfurt und Innsbruck. Er lebt heute als freier Übersetzer, Publizist und Lehrer in Luxemburg; derzeit arbeitet er an der Fortsetzung der vorliegenden Geschichte: Gratwanderungen II – Utopie und Tod.

Über – Gänge

Ein Plädoyer gegen die gespaltene Existenz der Menschen. Ich will Mut machen, aufzubrechen zu einer abenteuerlichen Reise in eine bewegte Welt. Der Weg dorthin ist ein Übergang, der sich in ähnlicher Prozeßhaftigkeit (in 10 Schritten) vollzieht, und dessen Rhythmus zu folgen wir inzwischen taub geworden sind. Die Arbeit selbst ist ein Übergang. Ich habe das «Anstattleben» der Theorie ersetzt durch den praktischen Vollzug und dabei ein kleines Tabu verletzt: Die Erkenntnis in die Tat umgesetzt. Ein Übergang an der Schreibmaschine mit offenem Ausgang. In dieser Weise zu leben, zu denken und zu schreiben verlangt dem Leser das gleiche ab: alles hinter sich zu lassen und zu schauen, was passiert, Ungereimtheiten auszuhalten und einzutauchen in die Leere, die die Fülle ist.

Aus dem Inhalt: Übergang von der Welt der festgefahrenen Bilder und Rollen, durch die Leere hindurch, zur «bewegten Welt», wo die Bewegung des Lebensflusses den Menschen trägt.

Die Autorin: Doris Miller, Mitbegründerin der Interkulturellen Kinderwerkstatt «Initiative für Experimentelles Lernen», Studium der Erziehungswissenschaften in Innsbruck und Projektstudium «Die eigene und fremde Fremde». Herausgeberin der Passagen Nr. 5 zum Thema «Reisen», Projektleitung und Organisation des «Marketplace» am Institut für Erziehungswissenschaften.

Frauenpolitik

«Frauenpolitik» basiert auf der These, daß es Frauenpolitikerinnen nicht darum geht, die verlorene Eigenmächtigkeit als Frauen wiederzuerlangen. Ihr Ziel ist vielmehr, offiziell als Politikerinnen über gleich viel Geld und Macht wie ihre männlichen Kollegen zu verfügen. Sie wollen also nicht die frauenfeindliche, patriarchale Herrschaft abschaffen, sondern aktiv daran teilnehmen. Davon ausgehend frage ich nach der Entwicklung patriarchaler Herrschaft und den weiblichen Rollen darin. Dazu gehören auch die aktuellen Strategien von Frauen, sich als Weibliche abzuschaffen, um vermeintlich als «Gleiche» an der männlichen Machtpolitik teilhaben zu können. Was aber, wenn die Wahnvorstellung eines Herr-schenden Geschlechts aus Männern und geschlechtslosen «Frauen» Wirklichkeit würde? Die Dissidenz zur staatlich inszenierten Frauenpolitik ist meine Antwort darauf.

Aus dem Inhalt: Die Frauenpolitik und ihre patriarchalen Wurzeln in Ägypten, der griechischen Polis, während der Christianisierung Europas und der Hexenverfolgung, im 19. Jahrhundert und während des Nationalsozialismus – Der Weg über die Dissidenz zum patriarchalen System und über die staatliche Frauenpolitik zur Freiheit von Frauen als Weibliche.

Die Autorin: Renate Krammer wurde 1971 in Salzburg geboren. Nach der Matura 1990 Studium der Politikwissenschaft in Innsbruck mit Schwerpunkt Frauenforschung, Abschluß 1995. Derzeit Doktoratsstudium im Fach Politikwissenschaft. Vorläufiger Arbeitstitel der Dissertation: «Die Auswirkungen der Modernisierung auf matriarchale Gesellschaften».

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