PD Dr. Renate Genth

foto_renate_genthGeboren 1943, Privatdozentin und Gastprofessorin 1998 und 2002 am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck, von 1989-1999 Lehrbeauftragte und Professorin am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Hannover, Lehrbeauftragte an der Universität Marburg und der Musikhochschule Detmold, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in mehreren Forschungsprojekten in Berlin und Bielefeld von 1982-1989. Publikationen über „Maschinisierung und Mimesis“ in der Reihe „Beiträge zur Dissidenz“, zu Maschinisierung und Politik, EU und Demokratie, Zivilisationstheorie und -politik sowie Hannah Arendt.

Lebenslauf

Studium der Germanistik, vergleichenden Literaturwissenschaft, Philosophie und Politikwissenschaft an den Universitäten Göttingen und Berlin.

1972: Staatsexamen
1972-1974: Forschungsaufenthalt in Italien
Gegenstand: Die Politik der italienischen Metallgewerkschaften im Automobilsektor
1977: Promotion in Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut an der FU Berlin
1976-1982: wissenschaftliche Assistentin an der TU Berlin. Forschungen über Wirtschaftsdemokratie, Technik und neue digitale Technologien und Matriarchat.
1983-1988: Forschungsprojekte im Bereich der Computertechnologie in Berlin und Bielefeld. Freie Mitarbeiterin bei diversen Rundfunksendern. Diverse Lehraufträge an den Universitäten in Berlin und Marburg.
1990-1994: Projekt über Frauenpolitik in der Berliner Nachkriegszeit.
1989-2003: Professorin an der Universität Hannover in den Bereichen Politische Theorie und Wissenschaftskritik.
1998/2002: Gastprofessuren an der Universität Innsbruck.
Habilitation mit dem Thema Mimesis und Maschinisierung.
Veröffentlichungen zu den Themen Hannah Arendt und Demokratietheorie, Frauenpolitik, Matriarchat, Computertechnologie, Zivilisationspolitik.

Publikationen

Über Maschinisierung und Mimesis

Grundrätseln der Maschinisierung wird hier eine Lösung gewiesen: z.B. der Frage, wie es kommt, daß der jeweilige Stand der Maschinisierung für die Zivilisation zum Maßstab wird und dem Rätsel, daß die moderne Technik Fluch und Segen zugleich ist und sich daraus ein Zauberlehrlingseffekt ergibt. Der Begriff der Mimesis klärt solche Fragen. Mimesis ist als menschliches Grundvermögen Nachahmung und Anverwandlung zugleich. Sie ist das Verwandlungsvermögen, sich Wahrnehmungen einzuverleiben und in Imaginationen und Vorstellungen umzubilden, und sie ist Quelle schöpferischer Kräfte. In der Moderne gelten die mimetischen Aneignungen der Maschinisierung. Mimesis an Maschinen hat tiefreichende Konsequenzen für das Selbstbild der Menschen und für alle Tätigkeiten. Das Geschehen kann bis zur zivilisatorischen Implosion führen, der mit einer Zivilisationspolitik mittels neuer mimetischer Vorbilder begegnet werden kann.

Aus dem Inhalt: Soziale Mimesis in der industriellen Zivilisation – Mimetische Aneignung – Außen- und Innenansichten der Maschine – Neue Medien und Computer – Mimesis an Maschinen – Maschinisierung menschlicher Tätigkeiten und des Denkens – Naturverhältnis – Maschinisierung als Maßstab der Zivilisation.

Frauenpolitik und politisches Handeln von Frauen

Die Diskussion über Frauen hat das Subjekt verloren. Es ist in unendlichen Differenzen zersplittert. Unterschlagen wird dabei die «generative Begabung». Frauen werden, ob sie wollen oder nicht, damit identifiziert. Ihre Bedeutung hängt heimlich davon ab, wie Natur betrachtet wird. Im heutigen Verständnis geraten Frauen zu Parias. Durch Aufstieg, als «Parvenue», oder durch politisches Handeln als «bewußte Paria» suchen sie einen Ausweg. Damit ist auf die Vorstellungen von Hannah Arendt verwiesen. Im Situationsgeflecht von Paria, Parvenue, Arbeit und politischem Handeln ist die alltägliche Zerreißprobe von Frauen verortet. Nur wenn diese als «bewußte Parias» auch das soziale und kulturelle Naturverhältnis mitverhandeln und im Bereich der Arbeit auf Gleichverpflichtung dringen, läßt sich die Situation von Frauen dauerhaft verbessern.

Aus dem Inhalt: Frauenpolitik – Pluralität – Gleichheit und Differenz – Generative Begabung – Gleichverpflichtung als Ziel – Arbeit und politisches Handeln von Frauen – Privatsphäre und Öffentlichkeit – Hannah Arendt – Paria und Parvenue – Naturverhältnis – Nachkriegsfeminismus.

Maschinen-Menschen, Mensch-Maschinen. Grundrisse einer sozialen Beziehung

zusammen mit Arno Bammé und Günther Feuerstein; Rohwohlt, Reinbek bei Hamburg 1983

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