Schlagwort-Archive: Herrschaft

BUMERANG – Ausgabe #3 – Patriarchat als Technik – ist da!

Die Ausgabe #3 des BUMERANG, unserer Zeitschrift für Patriarchatskritik, ist online und sie ist eine Wucht!
Sie trägt den Titel „Patriarchat als Technik“ und umfasst Artikel in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch.

Aus dem Leitartikel von Claudia von Werlhof:
Der besondere Schachzug in fast allen Debatten über die moderne Gesellschaft, insbesondere
aber ihre „Technik“, besteht darin, deren Entstehung und Entwicklung sowie ihre Zukunft als
quasi „natürliche“ und vor allem „neutrale“, also nicht ideologisch bestimmte, sondern als für „die Menschheit“ und die moderne Zivilisation im Prinzip nützliche, positive und zu begrüßende, ja einzig mögliche vorauszusetzen.
Diese im Voraus stattfindende „Setzung“ (Ernst1993) wird so gut wie nie als eine solche benannt oder gar hinterfragt. Sie wird gar nicht bemerkt, sondern generell „geteilt“. Das Denken der modernen Technik – und Gesellschaft – als grundsätzlich „gute“ ist damit quasi außer Streit gestellt, als ob darüber nicht (mehr) zu reden oder etwas daran zu ändern wäre.

Hier geht’s zum BUMERANG – Ausgabe #3 – Patriarchat als Technik

Advertisements

Call for Participation: Aufruf für BUMERANG #3, 2017

Patriarchat als Methode: “Technik!“

Da diese Frage bisher am wenigsten verstanden wird, wird auch das Patriarchat immer noch nicht wirklich verstanden. Deshalb ist diese Nummer zum Thema für alles Weitere wichtig.

Unter Technik im und des Patriarchats verstehen wir mit dem Ansatz der KPT nicht einfach nur das, was sonst meist darunter verstanden wird, nämlich irgendeine mehr oder weniger „neutrale“ praktische Tätigkeit. Sondern wir verstehen unter „Technik“ die Entwicklung einer allgemeinen Methode des Umgangs mit allem und allen, wie sie etwa die „Alchemie“ bereits in der Antike definiert. Die Methode ist sozusagen „methodos“, der Weg, der beschritten wird, und damit gleichzeitig „Theorie“ darüber, welches dieser Weg ist, da er zu einem bestimmten Ziel führen soll. Patriarchale Technik ist aus unserer Sicht daher niemals „neutral“.

Damit unterscheiden sich patriarchale Techniken grundsätzlich von anderen, z. B. matriarchalen, gegen die sie antreten. Denn patriarchale Techniken akzeptieren grundsätzlich nicht das, was und wie etwas /jemand von sich aus ist, sondern versuchen es /ihn /sie nicht nur zu behandeln, z.B. zu liebkosen, oder damit in anderen Formen zu kooperieren. Sondern patriarchale Techniken versuchen, das Vorhandene mit Gewalt in ein Gegenteil zu transformieren. Sie verfolgen also immer einen bestimmten, und zwar immer auch zerstörerischen Zweck.

Dieser Zweck ist als Schritt in Richtung einer als positiv angesehenen Utopie von einer kommenden höheren Zivilisation generell definiert. Diese Utopie und die Schritte in ihre Richtung sind so internalisiert worden, dass sie als irrationales und systematisches „Hass-auf-das–Lebendige“-Projekt nicht erkannt werden. Stattdessen haben sie unser aller Denken, Fühlen, Handeln und Wollen immer mehr geprägt und sind ins kollektiv Unbewusste gesunken. Die Schritte in Richtung der Utopie von einer „besseren und höheren“ Welt, die mit patriarchalen Techniken unternommen werden, sind damit allem anderen vorausgesetzt und gelten damit als selbstverständlich und „natürlich“.

Statt die dadurch und damit um sich greifende Zerstörung alles Lebendigen, ja inzwischen der Lebensgrundlagen dieses Planeten selbst, zu erkennen, gilt gerade moderne Technik als unverzichtbares Fortschrittsunternehmen der sich entwickelnden „Produktivkräfte“. Daher wird die Moderne auch immer noch nicht als „kapitalistisches Patriarchat“ verstanden, das zur bisher umfangsreichsten und systematischsten Zerstörung der Welt führt. Sondern es wird höchstens auf seine rein ökonomische Seite der Plünderung der Natur, der Ausbeutung der Arbeitskraft oder etwa der „Ausbeutung von Frauen als Ware“, reduziert gesehen. Dass es darüber hinaus vor allem um den Prozess ihrer aller „alchemistischen“ Transformation und schließlich Abschaffung zugunsten einer männergeschaffenen Kunstwelt geht, bleibt immer noch unsichtbar oder wird als Fortschritt begrüßt!

Wir fangen an mit matriarchaler Magie und Alchemie, gehen über das Handwerk zur Maschinentechnik und damit zur patriarchalen Schwarzmagie und Alchemie… Technik als Teil des Naturverhältnisses handelt von der Tätigkeit von, mit und durch Menschen als innere Natur, und mit Materie / Lebensformen als äußere Natur, und reicht vom Mikro des Atoms bis zum Makro des Planeten… von der Materie bis zum Geist, und umgekehrt den „Spirits“ bis zum Leib…

 

Verantwortlich für diese Nummer: Claudia von Werlhof.

claudia.von-werlhof@uibk.ac.at

Bitte ab nun Beiträge schicken.

Es können sein selbstverfasste oder von anderen geschriebene Artikel, Kommentare, Buchrezensionen, Entwürfe, Gedichte, Zeichnungen, Fotos, Bilder, Skizzen…

Sowie Kommentare zu BUMERANG 2: „Natur im Patriarchat“, Herbst 2016.

Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch

Einsende-Termin: Mai 2017

Die Nummer erscheint in der 2. Hälfte 2017.

Claudia von Werlhof am Quer-Denken.TV Kongress Köln 2016

Am 26. und 27. November 2016 findet in Köln der 3. Quer-Denken.TV Kongress statt.
Prof. Dr. Claudia von Werlhof wird dabei am Sonntag den 27.11.16 zwischen 10:05 – 10:50 von Dr. phil. Michael Friedrich Vogt zum Thema „Geoengineering – die „große Transformation“ des Planeten?“ interviewt.

Zusätzlich wird es einen Büchertisch geben für dessen Organisation noch tatkräftige Helfer gesucht werden die uns beim Verkauf unterstützen.
Um Anmeldung unter: claudia [at] von-werlhof.net wird gebeten.

BUMERANG – Ausgabe #2 – Natur im Patriarchat – ist online!

Die Ausgabe #2 des BUMERANG, unserer Zeitschrift für Patriarchatskritik, ist online.
Sie trägt den Titel „Natur im Patriarchat“.

Aus dem Editorial:
Natur im Patriarchat! Was kann es Größeres, Wichtigeres und gleichzeitig Schmerzlicheres geben? Es ist das zentrale und grundlegende Thema der Kritischen Patriarchatstheorie. Von hier aus kommt man und frau überall hin. Und ist nicht in den letzten Jahrzehnten das Ausmaß und Tempo der globalen Naturzerstörung auf allen Ebenen und in allen Dimensionen immer umfangreicher und offensichtlicher geworden? Ist seitdem nicht immer klarer geworden, dass die moderne Gesellschaft inzwischen durch die sog. „Globalisierung“ sogar die globalen Lebensbedingungen, ja die Elemente – neuerdings auch Luft und Licht – selbst angreift, ja den Planeten als Ganzen im Kleinen wie im Großen?…

Hier geht’s zum BUMERANG – Ausgabe #2 – Natur im Patriarchat

BUMERANG – Ausgabe #1 – Mutterschaft im Patriarchat – ist online!

Die Ausgabe #1 des BUMERANG, unserer Zeitschrift für Patriarchatskritik, ist online.
Sie trägt den Titel „Mutterschaft im Patriarchat“.

Aus dem Editorial:
Warum beginnen wir im ersten Heft von Bumerang mit der Mutterschaft? Wir tun das,
weil wir behaupten, dass es das Ziel patriarchaler Bestrebungen seit Anbeginn ist, die
Mutter zuerst symbolisch und dann auch materiell abzuschaffen und durch das
„Artifizielle“ neu zu kreieren und zu ersetzen. Und wir wollen zeigen, dass dies keine
prozesshafte Transformation ist, sondern im Gegenteil eine gewaltsame, und dass am
Anfang der behaupteten patriarchalen Neuerschaffung Mord, Totschlag und
Vergewaltigung stehen.

Hier geht’s zum BUMERANG – Ausgabe #1 – Mutterschaft im Patriarchat

Claudia von Werlhof – 100 Jahre (nach) Rosa Luxemburg

Claudia von Werlhof – 100 Jahre (nach) Rosa Luxemburg.
Die „fortgesetzte“ ursprüngliche Akkumulation und die Reproduktionskrise des Kapitals heute.

>>>Der Aufsatz in deutscher Sprache als .pdf<<<, erschienen auf www.theoriekritik.ch

 

Claudia von Werlhof – Cento anni dopo Rosa Luxemburg.
Il processo di accumulazione originaria “continuata” e la crisi della riproduzione del capitale oggi.

>>>Der Aufsatz auf italienischer Sprache als .pdf<<<, erschienen auf  www.unive.it

 

Aus dem Inhalt:
Es war 1976, als ich mithilfe Rosa Luxemburgs meine erste eigene theoretische Entdeckung machte. Sie sollte weitreichende Folgen haben. Es handelt sich um den neuen Begriff der „fortgesetzten ursprünglichen Akkumulation“…

Abstract:
Rosa Luxemburg has, 100 years ago, been the first to try to understand the reproduction of capital in a wider persepctive and on a broader basis than Marx, including the colonies into her analysis. She found a sort of continuation of the process of primitive accumulation regarding the ways of how the peasants and the agrarian sector were then integrated into capitalist exploitation. She did not yet, nevertheless, draw the logical conclusions out of her observations. This was done, two generations later, by the feminists of the „Bielefeld approach“, by defining the concept of an „ongoing primitive accumulation“ and relating it to the woman´s question as well, comparing peasants and modern housewives under this persepctive. From there they used the concept for a completely new explanation of the reproduction of capital and its accumulation on a world scale, referring to the relations of production outside of proletarian wage labour, the relationship with nature, the development of the productive forces, and patriarchy, including its new definition by the recent „Critial theory of patriarchy“ from Innsbruck University. This way they are able to explain the „anomalies“ of the capitalist „development of underdevelopment“ and its present global crisis due to the planned overall destruction of nature in the name of an alleged „better world“ of capitalist patriarchy.

Prof. Dr. Claudia von Werlhof bei Quer-Denken.TV

Am 26. September 2015 wird Prof. Dr. Claudia von Werlhof zu Gast bei Mag. Dr. phil. Michael Friedrich Vogt sein.

Das ganze Interview mit dem Titel: «Caliban und die Hexe – zur „Alchemie“ der Moderne. Patriarchatskritik der kapitalistischen Gesellschaft» ist sofort nach Ausstrahlung auf der Homepage von Quer-Denken.TV  oder auf Youtube  abrufbar.