Schlagwort-Archive: Kritische Patriarchatstheorie

Warum die KPT „Kritische Patriarchats-Theorie“ heißt, und es dazu keine Alternative gibt.

Der Anlass, erneut eine Debatte über unsere Begriffe zu führen:
Es sei “die Wortwahl Patriarchatskritik, obwohl zutreffend, anfällig für Missverständnisse, weil sie aufgrund der umgangssprachlichen Benutzung der Begriffe ´Patriarchat´ und ´Kritik´ zu der Annahme führen kann, es gehe um Ausgrenzung und Verurteilung des Männlichen, wo es um die Wiederherstellung einer natürlichen Ausgewogenheit und Heilung der derzeitigen Verirrung geht.“

Diese Bemerkung kam jüngst von Dipl. Biol. Dagmar Neubronner, die den äußerst unterstützenswerten „Neufeld-Ansatz“ (nach Prof. Dr. Gordon Neufeld) des Zusammenlebens von Müttern, Vätern und Kindern vertritt. Sie hat nun, wie schon andere vor ihr, die Probleme mit unserer Begrifflichkeit benannt, nachdem wir uns kürzlich kennen und schätzen gelernt haben.

Sie hat Recht. Das wissen wir immer schon. Aber es hilft uns nicht.
Es gibt keine Alternative zum Begriff der „Kritik“ und schon gar nicht zu dem des „Patriarchats“ – so, wie wir es verstehen – und übrigens auch nicht zu dem des „Matriarchats“ – so, wie wir es verstehen, und das ebenso dazu gehört, obwohl es ebenso falsch verstanden wird.

Hier geht’s zum Aufsatz (.pdf):
Im Unbewussten des Patriarchats sein heißt handeln, ALS OB alles Lebendige gehasst würde! Oder: Warum die KPT „Kritische Patriarchats-Theorie“ heißt, und es dazu keine Alternative gibt.

Call for Participation: Aufruf für BUMERANG #3, 2017

Patriarchat als Methode: “Technik!“

Da diese Frage bisher am wenigsten verstanden wird, wird auch das Patriarchat immer noch nicht wirklich verstanden. Deshalb ist diese Nummer zum Thema für alles Weitere wichtig.

Unter Technik im und des Patriarchats verstehen wir mit dem Ansatz der KPT nicht einfach nur das, was sonst meist darunter verstanden wird, nämlich irgendeine mehr oder weniger „neutrale“ praktische Tätigkeit. Sondern wir verstehen unter „Technik“ die Entwicklung einer allgemeinen Methode des Umgangs mit allem und allen, wie sie etwa die „Alchemie“ bereits in der Antike definiert. Die Methode ist sozusagen „methodos“, der Weg, der beschritten wird, und damit gleichzeitig „Theorie“ darüber, welches dieser Weg ist, da er zu einem bestimmten Ziel führen soll. Patriarchale Technik ist aus unserer Sicht daher niemals „neutral“.

Damit unterscheiden sich patriarchale Techniken grundsätzlich von anderen, z. B. matriarchalen, gegen die sie antreten. Denn patriarchale Techniken akzeptieren grundsätzlich nicht das, was und wie etwas /jemand von sich aus ist, sondern versuchen es /ihn /sie nicht nur zu behandeln, z.B. zu liebkosen, oder damit in anderen Formen zu kooperieren. Sondern patriarchale Techniken versuchen, das Vorhandene mit Gewalt in ein Gegenteil zu transformieren. Sie verfolgen also immer einen bestimmten, und zwar immer auch zerstörerischen Zweck.

Dieser Zweck ist als Schritt in Richtung einer als positiv angesehenen Utopie von einer kommenden höheren Zivilisation generell definiert. Diese Utopie und die Schritte in ihre Richtung sind so internalisiert worden, dass sie als irrationales und systematisches „Hass-auf-das–Lebendige“-Projekt nicht erkannt werden. Stattdessen haben sie unser aller Denken, Fühlen, Handeln und Wollen immer mehr geprägt und sind ins kollektiv Unbewusste gesunken. Die Schritte in Richtung der Utopie von einer „besseren und höheren“ Welt, die mit patriarchalen Techniken unternommen werden, sind damit allem anderen vorausgesetzt und gelten damit als selbstverständlich und „natürlich“.

Statt die dadurch und damit um sich greifende Zerstörung alles Lebendigen, ja inzwischen der Lebensgrundlagen dieses Planeten selbst, zu erkennen, gilt gerade moderne Technik als unverzichtbares Fortschrittsunternehmen der sich entwickelnden „Produktivkräfte“. Daher wird die Moderne auch immer noch nicht als „kapitalistisches Patriarchat“ verstanden, das zur bisher umfangsreichsten und systematischsten Zerstörung der Welt führt. Sondern es wird höchstens auf seine rein ökonomische Seite der Plünderung der Natur, der Ausbeutung der Arbeitskraft oder etwa der „Ausbeutung von Frauen als Ware“, reduziert gesehen. Dass es darüber hinaus vor allem um den Prozess ihrer aller „alchemistischen“ Transformation und schließlich Abschaffung zugunsten einer männergeschaffenen Kunstwelt geht, bleibt immer noch unsichtbar oder wird als Fortschritt begrüßt!

Wir fangen an mit matriarchaler Magie und Alchemie, gehen über das Handwerk zur Maschinentechnik und damit zur patriarchalen Schwarzmagie und Alchemie… Technik als Teil des Naturverhältnisses handelt von der Tätigkeit von, mit und durch Menschen als innere Natur, und mit Materie / Lebensformen als äußere Natur, und reicht vom Mikro des Atoms bis zum Makro des Planeten… von der Materie bis zum Geist, und umgekehrt den „Spirits“ bis zum Leib…

 

Verantwortlich für diese Nummer: Claudia von Werlhof.

claudia.von-werlhof@uibk.ac.at

Bitte ab nun Beiträge schicken.

Es können sein selbstverfasste oder von anderen geschriebene Artikel, Kommentare, Buchrezensionen, Entwürfe, Gedichte, Zeichnungen, Fotos, Bilder, Skizzen…

Sowie Kommentare zu BUMERANG 2: „Natur im Patriarchat“, Herbst 2016.

Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch

Einsende-Termin: Mai 2017

Die Nummer erscheint in der 2. Hälfte 2017.

Claudia von Werlhof am Quer-Denken.TV Kongress Köln 2016

Am 26. und 27. November 2016 findet in Köln der 3. Quer-Denken.TV Kongress statt.
Prof. Dr. Claudia von Werlhof wird dabei am Sonntag den 27.11.16 zwischen 10:05 – 10:50 von Dr. phil. Michael Friedrich Vogt zum Thema „Geoengineering – die „große Transformation“ des Planeten?“ interviewt.

Zusätzlich wird es einen Büchertisch geben für dessen Organisation noch tatkräftige Helfer gesucht werden die uns beim Verkauf unterstützen.
Um Anmeldung unter: claudia [at] von-werlhof.net wird gebeten.

BUMERANG – Ausgabe #2 – Natur im Patriarchat – ist online!

Die Ausgabe #2 des BUMERANG, unserer Zeitschrift für Patriarchatskritik, ist online.
Sie trägt den Titel „Natur im Patriarchat“.

Aus dem Editorial:
Natur im Patriarchat! Was kann es Größeres, Wichtigeres und gleichzeitig Schmerzlicheres geben? Es ist das zentrale und grundlegende Thema der Kritischen Patriarchatstheorie. Von hier aus kommt man und frau überall hin. Und ist nicht in den letzten Jahrzehnten das Ausmaß und Tempo der globalen Naturzerstörung auf allen Ebenen und in allen Dimensionen immer umfangreicher und offensichtlicher geworden? Ist seitdem nicht immer klarer geworden, dass die moderne Gesellschaft inzwischen durch die sog. „Globalisierung“ sogar die globalen Lebensbedingungen, ja die Elemente – neuerdings auch Luft und Licht – selbst angreift, ja den Planeten als Ganzen im Kleinen wie im Großen?…

Hier geht’s zum BUMERANG – Ausgabe #2 – Natur im Patriarchat

Claudia von Werlhof – ¡Madre Tierra o Muerte! Reflexiones para una Teoría Crítica del Patriarcado

Werlhof - Madre tierra o muerteClaudia von Werlhof präsentiert ihr neues Buch ¡Madre Tierra o Muerte! Reflexiones para una Teoría Crítica del Patriarcado (erschienen in Edición El Rebozo 2015) in Oaxaca, Mexiko.

Cooperativa El Rebozo:
Homepage
Facebook

Hier finden sie ein Interview (.pdf) mit Claudia von Werlhof über ihr neues Buch „¡Madre Tierra o Muerte!“ und einen Vortrag zum Thema „El patriarcado como civilización de odio a la vida, raíz del capitalismo“ an der Universidad Autónoma del Estado de Morelos in Mexiko:

Hier der Vortrag von Claudia von Werlhof an der Universidad Autónoma del Estado de Morelos mit dem Titel: La sociedad postpatriarcal. Retos y posibilidades:

Russischer Artikel „Die Globalisierung des Neoliberalismus, seine Folgen und einige Alternativen“

Der Artikel von Claudia von Werlhof mit dem Titel: „Die Globalisierung des Neoliberalismus, seine Folgen und einige Alternativen“ wurde auf dem Internetjournal des Instituts für Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht.

Der Beitrag von Claudia von Werlhof ist im Artikel auf S. 106-138 zu finden.

>>>Claudia von Werlhof – Глобализация и неолиберализм:существует ли альтернатива разграблению земли?<<<

Homepage des Instituts für Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften: www.vestnik.isras.ru

Intensiv-Seminar auf La Palma: Für den Weg in eine lebenszentrierte Zivilisation

Intensiv-Seminar auf La Palma mit Claudia von Werlhof und Autarca. 19.-29. März 2016

Für den Weg in eine lebenszentrierte Zivilisation
Permakultur im Alltag für Stadt und Land als geistig-spirituelle und materielle Grundlage
auf dem Weg in eine postkapitalistische und postpatriarchale Alternative

Programm:

  • Theoretische Grundlagen zur Patriarchatskritik, Modernen Matriarchatsforschung, Geld- und Ökonomiekritik, Wiederaufbau einer matriarchalen Subsistenzwirtschaft (v. Werlhof)
  • Permakultur und Natur-, Geschlechter-, Generationen-, Transzendenzverhaeltnis: Erdspiritualität in Theorie und Praxis. Permakultur und das Politische Verhaeltnis als interne Organsationsform sowie von dieser zur umgebenden Gesellschaft. (v. Werlhof/Autarca)
  • Integrale Umweltheilung, Atmosphaerenbelebung, Himmelsakupunktur, Lebendiges Wasser ist Leben, Schaffung von hochbiodiversen essbaren Landschaften: Die Waldkultur als Zukunftsvision,
    TerraPreta, Humusaufbau, Integration und Fülle für alle Lebenwesen, Schaffung von Rettungsboten: Permakultur in Theorie und Praxis für den Alltag in Stadt und Land (Autarca).
  • Visionssuche für Mutter Erde mit Aufstellungen nach Claudia von Werlhof.

Kosten, max. 8 Teilnehmende:

  • Intensivkurs: 60.-Euro täglich, Dauer, 10 Tage, intensiv
  • Vollpension: 35.-Euro täglich für vegetar./veganes Schlemmeressen & Logis im solaren Earthship Autarca.

Total 950.- Euro

Anmeldungen:

“Autarca-Matricultura Tinizara, Zentrum für ökologische Lebensentfaltung“

Barbara und Erich Graf, Cam. La Ermita, 26, E-38780 Tijarafe,

Tel. 0034 922 49 02 15, mail: autarca@matricultura.org

Prof. Dr. Claudia von Werlhof bei Quer-Denken.TV – Caliban und die Hexe

Caliban und die Hexe – zur „Alchemie“ der Moderne.
Patriarchatskritik der kapitalistischen Gesellschaft

Prof. Dr. Claudia von Werlhof im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Wir leben heute (beginnend vor mehreren Jahrtausenden) in einer weitgehend patriarchal organisierten Welt oder Zivilisation, relativ unabhängig von Nationalitäten, Kulturen und Religionen. Die moderne Form dieses Patriarchats ist das „kapitalistische Patriarchat“. Es knüpft an die schon im Altertum formulierte „alchemistische“ Utopie an, durch eine technische Transformation, ja Überwindung und Ersetzung der Natur und Menschen, insbesondere der Frauen als Mütter, zu einer nur von Männern geschaffenen Zivilisation des „pater arché“, am Anfang des Lebens bzw. der Materie jeweils ein Herr bzw. „Vater“, zu gelangen.

Alternative dazu wäre eine matriarchale zivilisatorische Regelung, die nichts mit einer „Frauenherrschaft“ zu tun hat, sondern an der Kooperation und nicht Beherrschung oder gar Eliminierung bzw. Ersetzung von Natur und Müttern, also an dem „mater arché“ orientiert ist, wie es das Erdenleben kennzeichnet.

Obwohl die matriarchale Zivilisation die ältere und ursprüngliche ist, hat sie sich gegen die gewalttätige, kriegerische Patriarchalisierung der Kontinente bis auf einige noch immer lebende Matriarchate nicht halten können. Sie beruht auf Herrschaftsfreiheit, Gemeinsinn, Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit, Respekt und Achtung vor dem Leben. Demgegenüber steht die patriarchale Zivilisation, die genau umgekehrt geregelt ist, eben weil sie die irdischen, quasi „mütterlichen“, Bedingungen nicht akzeptiert und ihnen ihr alchemistisches Umwandlungsverfahren auf allen Ebenen und in allen Bereichen entgegensetzt. Dies führt zu einer buchstäblichen Verkehrung der Welt, die gerade in der Neuzeit und Moderne mithilfe moderner Maschinentechnik erst wirklich Gestalt angenommen hat. Ja, die Maschine ist sozusagen die Inkarnation des Naturersatzes, was aber wegen des historischen Scheiterns alchemistischer Verfahren nicht zugegeben wird.

Diesen Fragen geht Prof. Dr. Claudia von Werlhof (emeritierte Professorin für Politikwissenschaft und Frauenforschung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck) als einer der Mitbegründerinnen der Frauenbewegung auf den Grund. Sie zieht dafür die Linie von den Anfängen der Frauenforschung über das Buch „Caliban und die Hexe“ und die Auseinandersetzung mit dem Marxismus bis zur sog. Kritischen Patriarchatstheorie heute nach. 2007 gründete sie dazu den Verein FIPAZ (Forschungsinstitut für Patriarchatskritik und alternative Zivilisationen).

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die moderne Zivilisation im Zusammenhang mit dem Patriarchat vom Nanobereich bis hin zum Planeten Erde so zerstörerisch geworden ist, dass sie aufgegeben und re-matriarchalisiert werden sollte. Die kapitalistische Gesellschaft ist dabei der historische „Höhepunkt“ der patriarchalen Zivilisation. Dies sei der Grund für die Zivilisations- und Kapitalismuskrise der Moderne.

Homepage: Quer-Denken.TV


Die Buchrezension von Prof. Dr. Claudia von Werlhof zu Silvia Federici’s
Caliban und die Hexe – Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation ist
Grundlage für das Quer-Denken.tv Interview „Caliban und die Hexe – zur Alchemie der Moderne. Patriarchatskritik der kapitalistischen Gesellschaft“, und hier komplett als .pdf verfügbar.

>>>Buchrezension „Caliban und die Hexe“ als .pdf<<<

Filmprojekt zum Thema „BUMERANG – Die Kritische Patriarchatstheorie“

Hier finden sie das inhaltliche Konzept für das Filmprojekt „Das Geheimnis der modernen Zivilisation„, von Corina Toledo (Idee), Saskia Nathalie Betz, Nefertiti Strong (Filmerinnen) und Claudia von Werlhof (Vortragende), das sich mit der von Claudia von Werlhof entwickelten „Kritischen Patriarchatstheorie“ auseinandersetzt und sich bereits in der Umsetzung befindet.

Es wurden bereits 10 Stunden an Aufnahmen in Tirol am August 2015 durchgeführt.
Der erste Schnitt erfolgt dann im Jänner 2016.
Danach finden Ergänzungen durch früheres sowie anderes Filmmaterial statt.

>>>Konzept als .pdf<<<

„Die Wahrnehmung von Frauen in westlichen und muslimischen Gesellschaften“ – Vortrag von C. Werlhof zur gleichnamigen Vernissage in München

Im Westen werden Frauen nicht in 1. Linie unter dem Aspekt ihres potentiellen oder aktuellen Mutter-Seins betrachtet. Sie werden in der Öffentlichkeit auch nicht unbedingt als Mitglied einer Familie wahrgenommen, als eine Person, die unter männlichem oder allgemein sozialem Schutz und/oder ebensolcher Kontrolle steht. Sondern die Frauen hier erscheinen im Prinzip als freie, frei-gesetzte Individuen und mögliche Objekte der Begierde, sei es als Arbeitskraft, sei es als Sexualwesen. Oder aber sie erscheinen als geschlechtsfernes Neutrum, das noch als Arbeitskraft Verwendung finden mag.

Dies ist in muslimischen Ländern durchaus nicht, oder noch nicht der Fall. Dort werden Frauen vor allem als potentielle Mütter gesehen, die immer in einen familiären Zusammenhang gehören, der dauerhaft für Schutz nach außen und gerade auch eine Kontrolle durch die männlichen Mitglieder sorgt, -daneben natürlich auch als Sexualwesen und Arbeitskraft. Nie jedoch als nur dies oder gar als Geschlechts-Neutrum.

Link zum Text: [KURZVORTRAG MÜNCHEN]